Wanderungen und Kultur in Tschechien

Zu Gast beim Touristenklub Tábor

Schon wieder ist ein Jahr vergangen seitdem unsere Freunde vom Touristenklub Tábor bei uns zu Gast waren. Im September statten 7 Personen unserer Sektion einen Besuch bei ihnen in Tschechien ab. Über München und Linz erreichten Fritz, Paul Brigitte, Irene, Rudolf, Raimund und Erika die tschechische Grenze bei Freistadt, nicht ohne einen Abstecher nach Burghausen an der Salzach mit seiner längsten Burganlage Europas zu machen.

40 km nördlich der Grenze liegt das Ziel Hradištì bei Kaplice. Unsere Unterkunft für 4 Tage finden wir im Gasthaus Mexico. Richard, Jarka und Olga warten bereits so pünktlich wie immer. Bald sind unsere gemütlichen, mit Nasszelle ausgestatteten und doch preisgünstigen Zimmer bezogen, die erste Mahlzeit schmeckt. Richard erläutert seine Pläne mit uns für die nächsten Tage.

Es ist immer eine Fahrt in die nähere Umgebung vorgesehen mit Wanderungen und Besichtigungen von historischen Stätten.

So erwandern wir am 1. Tag den Marder- und Kuhberg, besichtigen eine Wallfahrtskirche und die Burg Nové Hrady aus dem Jahr 1279. Am 2. Tag lernen wir das Stift Zlatá Koruna kenne und wandern auf einem Teil des Europäischen Fernwanderweges zum Berg Kle. In 1084 m Höhe befindet sich ein Gasthaus, ein Observatorium und ein 116 m hoher Fernsehturm, welcher in weite Teile Tschechiens sein Programm ausstrahlt.

An der Moldau entlang führt unsere Wanderung am 3. Tag auf teils wunderschönen Waldwegen, von bemoosten Felsen umgeben, bis zur Teufelswand über der Moldau. Mit dem Zug zurück erreichen wir unseren Ausgangspunkt Vyšší Brod und kommen pünktlich zur bestellten Führung des dortigen Zisterzienser-Klosters an, das von 10 Mönchen bewohnt und geführt wird. Wir staunen über die beachtlichen Kunstschätze, von denen ich besonders die Bildersammlung erwähnen will sowie die Barock-Bibliothek mit 70 000 Bänden überwiegend religiöser und philosophischer Literatur. Ohne den 2. Weltkrieg wäre noch ein größerer Teil der Erstdrücke und mittelalterlichen Handschriften erhalten geblieben. Anschließend führte uns Richard zum schön gelegenen Weiler Svatý Tomáš, dessen Kirche z.Z. restauriert wird, sowie zum Berg Vítkùv kámen, mit einer Burgruine aus dem 13. Jahrhundert.

Zur Halbzeit unseres Besuches ist Ortswechsel angesagt. Wir nehmen Abschied vom Gasthaus Mexico in Hradištì und fahren nordwestwärts nach Lipka im Böhmerwald zur Klubhütte unserer Freunde.

An der Fahrtroute liegt, zwischen Moldauschleifen gebaut, die historische Stadt Èeský Krumlov. Wir können Burg und Schloss in dominanter Lage über der Stadt ansehen, die nach Prag das zweitgrößte Areal in der Tschechischen Republik ist und zusammen mit seiner Stadt in die Liste des Weltkulturerbes der UNSECO aufgenommen wurde. Die von Richard schon lange vorbestellte deutsche Führung ermöglichte uns, einen Teil der 300 Zimmer zu bestaunen. Als Besonderheit lernen wir auch das barocke Schlosstheater kennen. Beeindruckend ist ebenso die gemauerte Brücke, die in mehreren Etagen das Areal miteinander verbindet.

Bei unserem Eintreffen im Böhmerwald werden wir in der Hütte des Touristenklubs von Danka, Vìra, Dana, Pepa, Jindra, Stanislav, Hana, Václav, Rùžena, Antonín und František freudig begrüßt. Unsere gemeinsame Gruppe ist nun für die Tour am nächsten Tag angewachsen.

Da Umweltschutz im Grenzgebiet groß geschrieben wird, fahren wir mit Umweltbussen in Tschechien und Bayern, und die Wanderung zum Lusen bis zur Höhe on 1373 m anzutreten, Von Felstrümmern im Gipfelbereich aus bietet sich uns ein Ausblick in tote Fichtenwälder auf bayerischem Gebiet. So erleben wir das in der Tschechischen Republik nicht, weil dort tote Wälder abgeholzt werden und neue Bäume bereits heranwachsen. Dies stellen wir am nächsten Tag fest, als unsere Wanderung an einem malerischen See vorbei zum Poledník führt.

Ein ehemaliger Militärwachturm ist dort zum Aussichtsturm ausgebaut worden. Er bietet eine Rundsicht auf Bayerischen- und Böhmerwald mit ihren vielen Erhebungen.

Abends in der Klubhütte werden wir herzlich erwartet und gut bewirtet, haben Spaß miteinander bei Spiel und Gesang, unternehmen eine kleine Nachtwanderung und grillen Würstchen im Freien. Schnell und harmonisch ist diese Wanderwoche vergangen mit ebenso kultureller Bereicherung.

Für die Ausarbeitung des Programms einschließlich Vorbegehung, für die Begleitung und herzliche Gastfreundschaft danken wir allen unseren tschechischen Freunden. Wir freuen uns aufs nächste Beisammensein kommenden Sommer im Gauertal

Erika Steinhoff

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